Klaus Satzke / Universitäre Lehrerbildung - Minister Dr. Hahn ist verantwortlich!

von Klaus Satzke

Den Handlungsablauf kennt man schon: Ministerin Schmied kündigt mutig, aber etwas konzeptlos, große Reformvorhaben an, im aktuellen Fall die gemeinsamen universitäre Lehrerbildung, und sie will auch Bereitschaft beim Ministerkollegen Hahn erkennen, diesen Weg zu beschreiten. Hahn schweigt zunächst einmal, bestätigt da und dort mit verschwommenen Formulierungen seinen Reformwillen und beginnt gleichzeitig mit Vorsicht und Beständigkeit zurückzurudern.
An einem Tag wird die Einsetzung einer Arbeitsgruppe im Ministerium angekündigt, am nächsten Tag jedoch festgestellt, dass eine gemeinsame Ausbildung in dieser Legislaturperiode nicht mehr kommen kann. Wenn man weiß, dass die „Reform" der Pflichtschullehrerausbildung unter Ministerin Gehrer 7 Jahre (!) vorbereitet wurde, und am Ende ein verkorkstes Gesetz und chaotische Zustände an den neuen Pädagogischen Hochschulen „herauskamen", dann kann man vor dieser Mischung aus großen Ankündigungen und sukzessiven Zurücknahmen nur warnen.

Man muss daher klar stellen:
Minister Hahn hat laut Regierungsübereinkommen einen klaren Auftrag: Die universitären Lehramtsstudien sind nach der Bologna - Struktur in einen Bachelor- und einen Masterabschluss zu gliedern! Dieser Auftrag ist in dieser Legislaturperiode zu erfüllen und nicht in der nächsten; und die Art und Weise, wie der Auftrag eingelöst wird, entscheidet wesentlich über die Chancen einer künftigen gemeinsamen Lehrerbildung. Wenn die universitäre und die hochschulische Lehrerbildung eine vergleichbare Struktur haben, nämlich ein Bachelor - Studium, das auf den Unterricht in der Sekundarstufe I vorbereitet, dann gibt es eine Fülle von Kooperationsmöglichkeiten und Chancen auf Synergieeffekte auch schon in dieser Legislaturperiode. Wenn die Strukturen unterschiedlicher ausfallen, dann kann es noch immer Kooperationsmöglichkeiten geben, aber dann rückt die gemeinsame Ausbildung in weitere Ferne. Und wenn die Strukturen völlig divergent sind, dann ist die Chance auf eine gemeinsame universitäre Ausbildung endgültig verbockt. Das alles entscheidet sich in dieser Legislaturperiode! Das ist eine Herausforderung, an der die Koalition und die beiden zuständigen Minister ihre Reformwilligkeit und Reformfähigkeit beweisen könnten. Apropos Reformfähigkeit: Dazu gehören Zielvorstellungen, Zeitpläne, Alternativ-Varianten, Verhandlungsplattformen, Expertisen, Information der Öffentlichkeit usw. usw. Professionalität dieser Art ist der Bildungspolitik zu wünschen, nicht jedoch professionelles Abfüttern der Medien mit abstrakten Zielen, unverbindlichen Plänen und zynischen Halbwahrheiten!